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Backyard Trail in Loosdorf unter dem Motto „Steil ist geil“ und „keine Gnade für die Wade“

#mirsansvs

Backyard Trail in Loosdorf unter dem Motto „Steil ist geil“ und „keine Gnade für die Wade“

Nachdem Sabine und ich noch kurzfristig einen Startplatz über die Warteliste ergattert konnten, ging es am Wochenende schon wieder Richtung Wien (Loosdorf) liegt kurz hinter Amstetten, wo wir ja vor kurzem bei der Backyard Premiere dabei waren). Ich reiste bereits am Freitag Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen gemeinsam mit unserem Lauffreund Jochen aus Burgkirchen an. Nachdem wir unseren Pavillon aufgebaut, unsere Startunterlagen abgeholt und das obligatorische Foto gemacht hatten, erkundeten wir die Strecke, um schon einen Eindruck zu gewinnen, was uns am nächsten Tag so alles erwarten würde.

Das Profil im Internet hatte uns ja schon ein wenig vorgewarnt – nicht umsonst ist der Lauf mit seinen 170 Höhenmetern pro Runde als Trail-Backyard klassifiziert.Während die ersten 2,5 Kilometer nur wenige kleine Wellen aufwiesen, ging es nach auf einem schmalen Trail so richtig zur Sache. Auf nur einem Kilometer Länge waren ca. 150 Höhenmeter zu bewältigen! Mit motivierenden Sprüchen wie „Steil ist geil“ und „keine Gnade für die Wade“ ging es über teilweise sehr steile Rampen durch einen bewaldeten Hügel nach oben. An einer Stelle war sogar ein Seil befestigt, das wir dann auch am Ende des Rennens bei rutschigem Boden zum Festhalten benötigten. Nach gut 4 Kilometern war der höchste Punkt am Gipfelkreuz erreicht und von nun an ging es nur noch bergab, allerdings teilweise ziemlich steil.

           

Nachdem wir wieder zurück waren, stärkten wir uns noch beim Schnitzelwirt (Nomen est Omen) und bezogen dann unsere Zimmer im gleich daneben gelegnen Motel. Nach einem gemütlichen Frühstück bei McDonalds fuhren wir entspannt zum Wettkampfgelände und brachten unsere Sachen ins Zelt. Die Anreise am Vortag bietet auf jeden Fall entscheidende Vorteile. Dort wartete schon Thomas in seiner Lederhose auf uns, ein richtiger netter Laufkollege, der in zwei Wochen bei den 12h in Prambachkirchen sogar einen Weltrekord über 100 Kilometer in diesem speziellen Outfit aufstellen möchte. Gegen 8 Uhr 15 trafen dann auch Sabine und Theo (als nichtlaufender Begleiter) ein – damit war unser Bavarian Backyard Trio komplett.

Pünktlich um 9 Uhr ging es los zum ersten Yard und wir waren schon gespannt, wie die erste Runde laufen würde. Obwohl das Startfeld auf 150 TeilnehmerInnen begrenzt war, gab es bei dem Einstig in die schmalen Trails ein paar kleine Staus, aber das störte nur wenig. Und mit der pro Runde abnehmenden Zahl von Startern löste sich dies auch zunehmend auf. Auf dem steilen Trailstrück war an Überholen nicht zu denken, aber es war eh ratsamer, hier mit seinen Kräften zu haushalten und es dann bergab so richtig laufen zu lassen. Das war auf jeden Fall meine Devise.

           

Die erste Runde war für mich nach gut 49 Minuten absolviert, das passte perfekt. Jochen war ein paar Minuten schneller und Sabine ein paar Minuten langsamer. Nachdem es in der Früh noch bedeckt war, setzte sich nun mehr und mehr die Sonne durch und es wurde zunehmend wärmer. Da war es es wichtig, von vornherein genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und auch auf der Runde immer ein Getränk mit sich zu führen. Während es bei Jochen und mir richtig gut lief, bekam Sabine leider schon nach der zweiten Runde Probleme (insbesondere mit den steilen Bergabpassagen). In Runde 4 hielt ich nach der Wendemarke bei Kilometer 2 vergeblich Ausschau nach ihr, für sie war bereits nach nur drei Runden Schluss. Wirklich schade.

Am Nachmittag verdunkelten sich die Wolken zusehends und es gab zwischendurch immer wieder ein paar gewittrige Regenschauer mit kräftigem Windböen. In Runde 8 hätte das beinahe zum Rennabbruch geführt, ein umgeknickter größerer Baum hat unser Zelt nur knapp verfehlt und ein anders stark beschädigt. Auch der „Highway to Hell“ Zielbogen fiel dem Sturm zum Opfer. Der herausfordernde Anstieg zehrte zunehmend an meinen Kräften, ich hatte heuer ja auch keinerlei Bergtraining absolviert, und musste mein Tempo ab Runde 8 deutlich reduzieren. Trotzdem schwang ich mich auch noch zu Runde 9 auf, Jochen war immer noch zügig unterwegs. Nach Runde 9 war dann aber auch für ihn Schluss, ich konnte mich noch dazu aufraffen auch die zehnte Runde in Angriff zu nehmen. Nun setzte wolkenbruchartiger Regen ein und die Trails verwandelten sich zunehmend in eine schlammige und rutschige Angelegenheit. Ich hatte auch keine speziellen Trailschuhe angezogen, die wären jetzt dringend angesagt gewesen.

Trotzdem kämpfte ich mich den Anstieg hoch, musste aber beim Bergablaufen deutlich Tempo herausnehmen und Vorsicht walten lassen. Nach gut 57 Minuten erreichte ich glücklich das Ziel, nach 10 Runden und 1700 Höhenmetern war auch für mich endgültig Schluss. Das war sicher der vom Höhenprofil her herausforderndste Backyard, den ich bisher absolviert habe.

                

Nachdem wir uns umgezogen, unser Zelt abgebaut und alles wieder gut im Auto verstaut hatten, ging es nochmal zum Schnitzelwirt. Nach den vielen Tausend Kalorien, die wir verbraucht hatten, hatten wir uns eine Stärkung auf jeden Fall verdient! Um 21 Uhr ging es dann zurück Richtung Neuötting, wo ich mein Auto geparkt hatte. Um kurz vor Mitternacht war ich dann wieder gut zurück von unserem Backyard Abenteuer. Schön war’s wieder gemeinsam mit der Backyard Family seine Runden zu drehen. Und in drei Wochen steht ja schon der nächste Backyard in Frankenmarkt an.

 

Bericht/Bilder: Günther Weitzer

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